Alles aus der Tüte »Uni «
Mir fällt grade ein, ich wollte euch noch was zeigen. Denn ich habe ja letzte Woche graduiert. (Absolviert? Einen akademischen Grad erlangt? Was macht man denn da auf deutsch?)
Auf alle fälle habe ich letzten Freitag ganz offiziell meinen Master of Arts von der Uni Sheffield bekommen. Mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten. Okay, Orgelgeklimper und Englandhymne. Inklusive seltsamem, unförmigem Umhang der einen ständig beim Versuch, von den Schultern zu rutschen, beinahe erwürgt und beklopptem Hut. Mit Deckel. Und Bömmel.
In zeremonielle Gewänder gehüllt schaute ich dann brav zu, wie ungefähr drölfhundertundsiebzehn ehemalige Sheffielder Studenten aufgerufen wurden, um über die Bühne zu laufen und dem Vizekanzler die Hand zu schütteln, und absolvierte selber auch brav meinen Lauf. Der Vizekanzler hatte, so aus der nähe betrachtet, einen noch lächerlicheren Hut auf als ich - inklusive gelbem Doppelbömmel - und so kam ich mir auch direkt nicht mehr so blöd vor. Glücklicherweise habe ich das ganze Theater auch überstanden ohne, wie befürchtet, über meinen Umhang zu stolpern und einem der hohen Herren in den Schoß zu fallen.

Mein Hut, der hat vier Ecken...*sing* Das sind übrigens Felicity und Hayley, zwei der Menschen, die das vergangene Jahr um ganz vieles schöner und erträglicher gemacht haben.
Danach wurde der Tag dann zunehmend besser bei Kuchen und Ratsch mit den anderen Journalisten und unserem Kurspapa auf dem fakultätsinternen Empfang, beim obligatorischen Starbucksbesuch mit meinen lieblings-Magazinies, beim Abendessen mit meinen lieblings-Sheffieldern bei unserem lieblings-Inder, und beim abrocken mit meinen lieblings-Guys with Guitars in meinem lieblings-Irish Pub. Und bei allem war meine liebe Oma mit dabei, die auf ihre alten Tage ein erstaunliches Ausmaß an Energie und eine völlig unerwartete Vorliebe für lautes Geklampfe und Gesinge bewies.
Ein ganz und gar wundervoller Tag also. Und das leidige Thema Uni wäre damit dann auch ein für alle mal erledigt. Wurde auch langsam Zeit.
So. So-hooo.
Es ist mal wieder soweit, und diesmal hoffentlich auch zum letzten mal, dass ich der Universität den Rücken kehre und endlich mal was vernünftiges tue mich auf den Weg in die weite Welt mache.
(Also in der weiten Welt bin ich ja eigentlich schon seit September, aber hier in England halten wir uns bei sowas ja an’s Protokoll und feiern das ganze höchstoffiziell. Und außerdem, eben weil wir in England sind, feiern wir es höchstoffiziell mit, ähm, vier Monaten Verspätung.)
Ich spreche natürlich von der Uni-Abschlussfeier, oder ‘graduation’, wie es hier so schön heißt. Wie sich der/die eine oder andere bestimmt noch erinnert, habe ich meine Abschlussfeier an der Uni Bielefeld ja eher unkonventionell mit einem Patti-Konzert in England gefeiert. Oder zwei Konzerten. Okay, es waren drei.
Diesmal ist mein LieblingsRockstar leider hierzulande nirgends in Sicht. Und deshalb werde ich nachher zurück nach Sheffield fahren, mit meiner lieben extra eingeflogenen Oma im Gepäck, und mir morgen früh einen unförmigen schwarzen Sack umhängen und einen lächerlichen Hut aufsetzen und mich schön brav nach Protokoll, höchstoffiziell und mit Pauken und Trompeten anstatt Motown und E-Gitarren von Academia verabschieden. Ist ja schließlich auch meine letzte Chance diesmal.
Und je nachdem, wie bescheuert genau ich mit dem lächerlichen Hut aussehe, gibt’s danach vielleicht ein Foto für euch. ![]()
Journalisten müssen Blogger doof finden, es sei denn, man ist bloggender Journalist, dann muß man nichtbloggende Journalisten doof finden, online und offline.
Grade bei einem wortgewandten Menschen mit unterhaltsamen Meinungen gelesen. Und recht hat er auch. Dass nichtbloggende Journalisten doof sind, lernt man heutzutage den Journalistenküken sogar schon in der Uni.
Und danke an Feylamia für den Lesetipp. ![]()
…wofür ich im vergangenen Jahr mein Privatleben aufgegeben, meine Freunde vernachlässigt, und so viele Nächte wie noch nie in meinem Leben durchgearbeitet habe.

So. I can has job now? Kthx.
PS: Jüppiiieee!
Wie ihr ja vielleicht wisst, masterarbeitete ich in den vergangenen zwei Monaten intensivst. Mit Betonung auf arbeiteTE. Jetzt ist es nämlich vorbei. Und das ist gut so. Denn ich habe seit zwei Monaten die Sonne nur noch durch ein Fenster gesehen, war nicht ein einziges mal in der Stadt oder abends weg, und habe zwei wunde Ellbogen und einen von oben bis unten schmerzenden Glöcknerrücken vom 12 Stunden am Tag am Schreibtisch sitzen.
Wer mag kann sich meine Zeitschrift ja mal anschauen. Beim nächsten mal möchte ich bitte ein Budget, Fotografen, Models, Schreiber, und eine Praktikantin die mir den ganzen Tag Kaffee und Krapfen bringt.
So, dies ist dann wohl die Stelle, wo wir traditionell Gott und der Katze danken. Ich möchte meiner Oma danken, ohne die ich überhaupt gar nicht hier wäre.
Soo, nun will ich euch auch endlich mal erklären, warum hier in letzter Zeit so wenig gebloggt wurde. Es ist nämlich so, dass ich mein Leben in den vergangenen Wochen, okay, Monaten, beinahe ausschließlich in Word, Photoshop und InDesign verbracht habe. Denn in Sheffield wird Zeitschriftenjournalismus (im forgteschrittenen Stadium) folgendermaßen unterrichtet: Man nehme vier Studentinnen, stecke sie in eine Gruppe, und lasse sie auf den Zeitschriftenmarkt los.
Ziel der Übung: Identifizieren Sie eine Marktlücke, und bauen Sie innerhalb von zwei Monaten eine Zeitschrift, die diese Marktlücke füllt. Samt Marktforschung, Produktions- und Geschäftsplan. Unde natürlich dürfen Sie, wenn Sie schon dabei sind, selbige Zeitschrift auch noch komplett recherchieren, schreiben, und gestalten.
Spaß in Tüten. Ärger in Säcken. Stress in Schiffscontainern. Jetzt möchte ich bitte meine Nerven zurück, dazu noch meine Gesundheit, und ein bisschen von meinem Leben wäre auch schön.
Toll war’s trotzdem.
Und hier für euch ein bisschen SusiJournalismus:
Unser CoverKamel. With an attitude.
HelenSusiTeamwork ftw!
Und so sieht es aus, wenn Helen und Susi sich darüber kloppen, wessen Lieblingsstadt die tollste ist.
Schweinegrippe? Pah. Ich will trotzdem nach Mexiko. Jetzt gleich.
Und hier das Ergebnis des ersten Aufeinandertreffens von Susi und Bamboo Fun. Der Beginn einer großen Liebe…
Und dann noch der Twitchhiker. Der sich zu sogar zu fein war, auf meine Interviewanfrage mit einer Absage zu antworten. Und dabei ist er selber Journalist. Nett. Dann wurde eben stattdessen sein Blog interviewt.
So. Als nächstes ist dann die Masterarbeit an der Reihe. Ist im Prinzip nochmal das gleiche. Nur dass ich es diesmal alleine machen muss. Ihr könnt dann schon mal anfangen, einen Nachruf für meine Nerven und meine Gesundheit zu schreiben…
Hach ja. Man hat’s schon nicht leicht als Student. Was einem hier alles zugemutet wird. Komplett bezahlte Ausflüge nach London inklusive Besuch bei den größten Zeitschriftenverlagen zum Beispiel. Unfassbar. Was denken die sich eigentlich?

Big Ben & Westminster. Politik ftw! Prime Minister’s Questions -> Gordon Brown und David Cameron schreien sich an, während der Rest der Hütte buuuht => großes Kino.

Der Dalí Elofant steht elogant am Themsen-Ufer.

Obligatorisches Touri-Geknipse.

Die Journalismus-Damen höchst professionell in einer völlig ernsten, erwachsenen, professionellen Journalismus-Situation: Felicity, Vicky, Rachael, Helen und Hannah.

Wer kennts?

Haben,

haben,

haaaben!

Und um die Feylamia zu ärgern, muss ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich diesen Laden um die Ecke vom Hostel hatte und dort auch direkt zwei Emma Donoghues erstanden habe. (Also zwei Bücher, nicht zwei Emmas. So viel Glück hatte ich dann doch nicht.)
So. Und jetzt ist der Journalismus auf Osterferien und die Wörter haben erst mal ein paar Tage Sendepause.
Nachtrag am 6. April um 13Uhr54:
Man verlangt nach einem Foto von mir in professioneller Journalistenverkleidung. Bittesehr:

Es stellte sich heute heraus, dass ich mein Bankkonto wohl in den Schoß einer Uni entleert habe, an der die Korrektoren dazu angehalten werden, keine guten Noten zu verteilen. Einer hat jetzt selbst zugegeben, das er Anweisung hatte, sich beim Korrigieren die Einsen zu verkneifen. Und eine Komilitonin hat mitbekommen, wie die Kursleiterin zu ihm gesagt hat, dass sie alles über 70% eigentlich schon aus Prinzip nicht vergeben kann/will. Und Noten über der 80%-Grenze existiert im Grunde gar nicht.
Und so kommt es dann, dass man eine grade-mal-so-bestanden Note mehr oder weniger für jeden Dreck bekommt, und ein mittelmäßig für alles andere. Wenn man andererseits aber etwas abliefert, auf das es ein Feedback a la “exzellent, großartig, rundum gelungen” gibt, ohne den leistesten Hauch einer Kritik, scharrt man notenmäßig trotzem im mittelmäßigen Mittelmäßig-Bereich herum. Denn “exzellent, großartig, rundum gelungen” heißt übersetzt ungefähr so viel wie, “okay, dann kriegst du halt ein paar Prozentpunkte mehr als ich auf den grade-mal-so-bestandenen Dreck vergebe”.
Mal ehrlich. Wenn alles unter 50% nicht bestanden ist, alles über 70% eine Ausnahme und alles über 75% im Prinzip unerreichbar, dann beschleicht mich doch irgendwie das leise Gefühl, dass dieses System der absolute Beschiss ist. Und dafür bezahlt man dann ganz nebenbei noch locker ein kleines Vermögen.
…möchte ich eine plattformunspezifische Zeitschriften-Multimedia-Web-Journalistin werden. Jawohl.
Wir haben nämlich jetzt Convergence Week und dürfen die ganzen tollen Sachen machen, die die Broadcast- und Webjournalisten normalerweise lernen. Sowas wie mit süßen kleinen Kameras durch die Stadt laufen und lustige Videos machen. Oder wildfremden Leuten auf der Straße in Mikrofon unter die Nase halten und ihnen dumme Fragen stellen. Der beste Teil daran ist aber, dass das ganze Zeug früher oder später in den PC rein und bearbeitet werden muss. Denn wie ihr ja vielleicht wisst: Susi + Technologie + Kreativgedöns + Computer = very happy bunny.
Tjaaa und heute haben wir dann zuerst ge-voxpoppt und anschließend in Adobe Audition mit den Antworten rumgespielt. Spaß in Tüten!
So, und hier sind die Antworten der Sheffielder auf die Frage:
…warum ich die letzten paar Wochen keine Zeit zum Bloggen hatte.

DAS ist alles in meinem Kopf. Wort für Wort sozusagen. Und jetzt auch hoffentlich als großartige Note auf den vier (ja, vier) Prüfungen/Examen. Jetzt muss es nur wieder raus aus dem Kopf. Man bringe mir Wein. Am besten gleich ein Fass, bittesehr.









