Alles aus der Tüte »Gehts noch? «
Und wieder einmal muss ich mich fragen: Was geht in den Köpfen der Männer nur vor?
Tatort Uni, das berühmt-berüchtigte Film Analysis Seminar. Wir sprechen über Phallussymbole in Clockwork Orange und Singing In the Rain. Ein hochinteressanter und äußerst amüsanter Nachmittag. Dachte ich. Am Ende des Seminars folgender Vorfall: Eine gewisser junger Seminarteilnehmer männlichen Geschlechts - Mann kann ich dazu beim besten Willen nicht sagen, wir wollen ihn deshalb einfach den jungen E. nennen - wendet sich mit den folgenden Worten lauthals an mich:
Na, Susanne, hat es dich gestört, dass wir heute so viel über Penisse gesprochen haben?
Hallo? Gehts noch?
Bei der Aufklärung dieses fragwürdigen Vorfalls stellt sich nun die folgende Frage: Was bewegte den jungen E. zu dieser Aussage?
Hatte es vielleicht a) etwas damit zu tun, dass ich es gewagt hatte, vor ein paar Wochen im Seminar ein T-Shirt mit dem Aufdruck ‘Boys are stupid - throw rocks at them’ (Für das Kindchen: ‘Jungs sind doof - werft Steine auf sie’) zu tragen, was den jungen E. offensichtlich zutiefst verstört und in Rage gebracht hatte, und ihn außerdem zu dem Vorwurf, ich sei eine “Feministin” (welch böses Schimpfwort!) veranlasst hatte?
Oder lag es b) vielmehr daran, dass eben jener junge E. in der Vergangenheit des öfteren vergeblich versucht hatte, meine Aufmerksamkeit zu erregen und mich zu diversen Parties abzuschleppen, und er es nicht verkraften konnte, dass ich mich ihm nicht zu Füßen geworfen habe mit den Worten: “Oh junger E., du bist Gottes Geschenk an die Frauen, und ganz besonders an mich, und ich kann mein Glück kaum fassen, dass du unter allen, die dich anbeten, gerade mich ausgewählt hast, um mich mit deiner Aufmerksamkeit zu beglücken!”? Geht der junge E. etwa davon aus, dass der einzige Grund, warum ich ihn verschmäht habe, nur der sein kann, dass ich grundsätzlich Männer im Allgemeinen hasse?
Leider konnte der junge E. nicht zur Aufklärung dieser Fragen beitragen, da er nach seiner Aussage verdächtig schnell aus dem Seminarraum verschwunden war. (Von der Verwendung gewisser Metaphern an dieser Stelle möchte ich bewusst absehen.)
So bleibt mir also nur zu sagen: Nein, es stört ich nicht, über Penisse zu reden. Aussagen wie die des jungen E. tragen aber immer wieder dazu bei, dass ich nicht besonders daran interessiert bin, wieder einen in mein Leben zu lassen.
Und ich frage mich doch ein bisschen: Wo fängt eigentlich sexuelle Belästigung an???
Es ist grade mal mitte November. Die Wälder sind in wunderschöne Gelb-,Rot- und Brauntöne gehüllt, es ist nicht übermäßig kalt und ab und zu lacht sogar noch eine herbstliche Sonne vom blauen Himmel. Man könnte also so schön den Herbst genießen. Aber leider wird man schon wieder von allen Seiten mit dem Vorschlaghammer darauf aufmerksam gemacht, dass man sich gefälligst winterlich-weihnachtlich zu fühlen hat. So macht der Herbst echt keinen Spaß
…soll als neue Kategorie in diesem Blog entstehen. Eine Auszeichnung gewissermaßen (nur nicht unbedingt im positiven Sinn), die ich von nun an an Menschen vergeben möchte, die durch wiederholtes, besonders nerviges, dummes oder unsoziales Verhalten auffallen.
Diesen Monat geht ein herzliches Fuck You! gleich an zwei Gruppen von Menschen:
1) An alle selbstherrlilchen Ökos mit der grandiosen Angewohnheit, beim verlassen der Damentoilette das Licht auszuschalten. Es ehrt euch natürlich, dass ihr auf die Umwelt achtet, Energie spart und so weiter. Würdet ihr euch dabei aber ein bisschen weniger selbst zu euerer selbstlosen und großartigen Tat beglückwünschen, käme es euch vielleicht mal in den Sinn, auch darauf zu achten, ob sich noch Leute auf der Toilette befinden, die ihr somit im dunkeln sitzen lasst!!!
2) Das zweite herzliche Fuck You! geht an diejenigen unter den Damen, die - bei Fehlen eines Mülleimers in der Toilette - auf die völlig assoziale Idee kommen, ihre benutzten Tampons oder Binden in ein Stückchen Toilettenpapier gewickelt auf dem Spülkasten zurückzulassen (wo sie dann fröhlich vor sich hin stinken). Mädels, wie schwer ist es eigentlich, darauf zu kommen, dass sich, wenn mal kein Mülleimer neben dem Klo steht, zumindest immer einer im Vorraum bei den Waschbecken finden lässt?! Und, habt ihr eigentlich jemals auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass es Menschen gibt, die eueren blutigen, stinkenden Müll wegräumen müssen?!?!?!
(Bild: http://www.tahume.de)(Überschrift aus dem Biologieheft der 9. Klasse)
Dies ist ein Virus. Kennen wir alle noch aus dem Biologieunterricht. Mächtig interessante Geschichte.
So oder so ähnlich sehen wohl auch die kleinen Gesellen aus, die sich in meinem Hals (und mittlerweile auch in meinem gesamten Rachenraum) eingenistet haben, und dort wohl schon seit mehreren Wochen - anfangs noch unbemerkt - lustig ihr Unwesen treiben. Lustig finde ich auch, dass ich fröhlich eine Woche lang Penicillin schlucken durfte - worüber sich mein Körper bestimmt unheimlich gefreut hat - nur um jetzt herauszufinden, dass es natürlich völlig umsonst war. Den Viren ist das Penicillin nämlich herzlich egal. Die einzigen, die bisher etwas davon hatten, waren der liebe Herr Doktor und die Pharmaindustrie (die heute schon zum dritten mal im Verlauf dieser Krankheit an mir verdient hat).
Alles bisher dagewesene schlägt aber der Rat des Arztes, den ich heute zum zweiten Mal aufgesucht habe.
“Sie sollten drei Liter am Tag trinken und viel schlafen.”
Wie meint er das wohl… soll ich schlafen während ich für meine Klausur lerne, oder eher während ich meine Anwesenheitspflicht in der Uni absitze? Oder vielleicht doch lieber während ich meine Haus- uns sonstige Arbeiten schreibe??
Fazit: Viren sind fiese kleine Drecksdinger und für völlig sinnlose und noch dazu ungesunde Medikamente rausgeschmissenes Geld schmerzt fast so sehr wie ein entzündeter Hals.
Ach ja, eine gute Nachricht gibt es auch noch: Laut der Aussage des Herrn Doktors dauert es höchstens sechs Wochen, bis meine kleinen Plagegeister das Feld geräumt haben und ich wieder richtig fit bin.
Samstag Abend, allein zu Haus…es hätte so schön ruhig und gemütlich werden können. Zuerst eine bisschen Wellness, gute Musik, eine schöne Erdbeermaske, dann ab unter die heiße Dusche. Die blieb allerdings kalt. Und schon wird aus einem schönen Abend…naja, wie soll ich sagen. Die letzten zwei Stunden habe ich damit verbracht, mir die Erdbeermaske mit kaltem Wasser vom Gesicht zu schrubben, von den anderen Hausbewohnern zu erfahren, dass bei ihnen auch sowohl Wasser als auch Heizung kalt blieben, meinen “Schwiegerpapa” von Fernseher und Fußballspiel wegzuholen, und am Ende erfahren dass ganz einfach nur das Heizöl alle ist und der Vermieter unangekündigt und unerreichbar verreist. Was wohl bedeutet, dass es vor Dienstag kein neues Heizöl gibt.
Als ich grade mit Bobbie draußen war und mir in der eiskalten Abendluft den Allerwertesten abfrieren durfte, sehnte ich mich einfach nur nach einer langen, heißen Dusche. Doch die bleibt kalt, und ich fange an zu erkennen, was für ein unendlicher Luxus es doch im Grude ist, rund um die Uhr fließend heißes Wasser zu haben.
Ich war natürlich doch noch in der Stadt…
*grummel*
…war ja “strahlender Sonnenschein”…
*grummel*
…ungefähr genau so lange bis ich in der Stadt stand…
*grummel*
…dann fings auch gleich wieder an zu schütten!
AAARGH!!!
War ja irgendwie zu erwarten, dass sich, sobald ich beschlossen habe NICHT in die Stadt zu fahren und es mir hier gemütlich gemacht habe, alle Wolken verziehen und es jetzt wieder stralenden Sonnenschein gibt, oder?
Was für nen scheiß Tach. Und dabei hat alles so schön angefangen, mit Sonnenschein und Temperaturen, die mein Körper schon gar nicht mehr kannte. Ein perfekter Tag für ein bisschen Shopping in der Stadt. Also packte ich erst mal Schal und Winterjacke in die Ecke und kramte meine Frühlingsklamotten hervor. Als ich mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle machte, musste ich feststellen, dass von Sonnenschein keine Spur mehr zu sehen war und stattdessen ein so starker Sturm aufgekommen war, dass ich fast von der Autobahnbrücke gepustet wurde. Der Busfahrer, der zweifellos gesehen hatte, wie ich mich zu ihm durchkämpfte, beschloss wohl spontan, heute einmal zwei Minuten vor Fahrplan loszufahren und rauschte sozusagen an mir vorbei vom Parkplatz. Also beschloss ich, mich durch den Sturm zurück nach Hause zu kämpfen und eine viertel Stunde später den Zug zu nehmen. Kaum aber stand ich kurze Zeit später am Bahnhof, beschloss das Universum wohl, dass ein netter kleiner Sturm noch nicht reichte. Und sogleich fing es an, wie aus Eimern zu schütten. So stand ich da nun, immerhin mit einem schützenden Dach über dem Kopf, und sah mir das Schauspiel etwa zehn Minuten lang an - denn die Bahn fährt, im Gegensatz zu den Bussen, wie gewohnt mit großem Abstand dem Fahrplan hinterher. Nachdem ich weitere fünf Minuten lang kritisch den Himmel beobachtet hatte und dieser sich langsam zu einer abenddämmerungsähnlichen Farbe hin bewegte, beschloss ich, mich geschlagen zu geben und wieder nach Hause zu gehen. Wer läuft schon gerne bei Dauerregen durch die Stadt…
Als ich, völlig durchnässt, meine Haustür erreichte (ich möchte hier anmerken, dass der Weg vom Bahnhof nach Hause jhöchstens 50 Meter lang ist), starrten mich aus dem Briefkasten heraus folgende Worte an:
DAS LEBEN IST SCHÖN
Und wie ich nun hier sitze, mit immer noch nassen Haaren, ohne neue Leinwände und Farben, ohne neue Frühlingsklamotten, und gerade auch noch mitten am Tag Licht anschalten musste, um meine Tastatur überhaupt noch zu sehen, starre ich weiterhin gedankenverloren auf den rosa Schrifzug auf dem Katalog und frage mich, WAS ZUR HÖLLE mir IKEA damit wohl sagen will.


