Alles aus der Tüte »Gehts noch? «
Man forderte mich auf, mein Passwort für meinen Email-Account zu ändern. Das wollte ich eigentlich nicht. Mein altes taugte mir ganz gut. Nach wochenlangem Klicken durch lästige Info- und Aufforderungs-Seiten auf dem Weg zu meiner Mailbox hab ich schließlich nachgegeben und das verdammte Passwort geändert. Dann die erfreuliche Überraschung beim nächsten Einloggen: Das neue Passwort wird nicht erkannt/akzeptiert. Das alte natürlich auch nicht. Und da bei GMX über’s Wochenende scheinbar niemand einen Finger rührt, bleibt meine Anfrage an den Support bis auf weiteres unbeantwortet.
Um dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, ereignet sich die freudige Geschichte natürlich ausgerechnet in der Woche, in der ich auf siebenundzwölfzig Emails warte von Leuten, die mir Informationen für meine Masterarbeits-Zeitschrift zuschicken wollten. Welche ich, nebenbei bemerkt, am Donnerstag abgeben muss. Somit trifft es sich also ausgezeichnet, dass GMX mal wieder komplett verschissen hat und mir den Zugang zu meinen Emails versperrt.
Ich denke, dies ist mal wieder ein Fall für den FuckYouBär.

FuckYouBär sagt: "Herzlichen Dank, GMX. Ihr mich auch."
Erinnert mich daran, meine Emailadresse zu ändern, sobald ich wieder Zeit zum Atmen habe.
Es stellte sich heute heraus, dass ich mein Bankkonto wohl in den Schoß einer Uni entleert habe, an der die Korrektoren dazu angehalten werden, keine guten Noten zu verteilen. Einer hat jetzt selbst zugegeben, das er Anweisung hatte, sich beim Korrigieren die Einsen zu verkneifen. Und eine Komilitonin hat mitbekommen, wie die Kursleiterin zu ihm gesagt hat, dass sie alles über 70% eigentlich schon aus Prinzip nicht vergeben kann/will. Und Noten über der 80%-Grenze existiert im Grunde gar nicht.
Und so kommt es dann, dass man eine grade-mal-so-bestanden Note mehr oder weniger für jeden Dreck bekommt, und ein mittelmäßig für alles andere. Wenn man andererseits aber etwas abliefert, auf das es ein Feedback a la “exzellent, großartig, rundum gelungen” gibt, ohne den leistesten Hauch einer Kritik, scharrt man notenmäßig trotzem im mittelmäßigen Mittelmäßig-Bereich herum. Denn “exzellent, großartig, rundum gelungen” heißt übersetzt ungefähr so viel wie, “okay, dann kriegst du halt ein paar Prozentpunkte mehr als ich auf den grade-mal-so-bestandenen Dreck vergebe”.
Mal ehrlich. Wenn alles unter 50% nicht bestanden ist, alles über 70% eine Ausnahme und alles über 75% im Prinzip unerreichbar, dann beschleicht mich doch irgendwie das leise Gefühl, dass dieses System der absolute Beschiss ist. Und dafür bezahlt man dann ganz nebenbei noch locker ein kleines Vermögen.
Wie krank: Der englische Koch Heston Blumenthal kocht demnächst Eichhörnchen im Fernsehen, wie mir die Sunday Times grade erzählt. Bah. Bestellt hat er das Fleisch bei der Firma von zwei Restaurantbesitzern, deren Barbecue-Eichhörnchen angeblich längst ein Hit ist. Und von ihrem neuen Eichhörnchen-Kebab haben sie am ersten Tag direkt 40 Portionen in 90 Minuten verkauft.
Sollte mich eigentlich gar nicht so großartig überraschen. Ich hab schließlich auch einen Papa der sich an Feiertagen gern mal ein Stück Känguru oder Krokodil braten lässt. Was dann immer in der gleichen Diskussion endet. “Ist doch egal was für ein Tier du isst.” Aaaber! Känguru! “Ist doch auch nicht anders als wenn du ein Huhn isst.”
Aaaber! Eichhörnchen?
Im Prinzip hat er recht. Ab heute bin ich endgültig Vegetarier.
So, nun bin ich offiziell wieder eine Studentin. Und habe heute tatsächlich etwas gefunden, das an deutschen Unis scheinbar wesentlich besser gelöst ist als an englischen. Einschreiben nämlich.
Ich erinnere mich, dass ich damals in Bielefeld nur ein Formular ausfüllen und zusammen mit meinen Zeugniskopien einsenden musste. Dann kam alles per Post und ich konnte mir am ersten Uni-Tag meinen Studentenausweis abholen. Das lief ganz einfach und reibungslos. Heute dagegen habe ich den total Albtraum an sinnloser und darüberhinaus auch noch schlecht organisierter Bürokratie erlebt. In Sheffield geht man nämlich persönlich zum einschreiben. Natürlich nicht, ohne in den Wochen davor schon Unmengen an Formularen ausgefüllt und an die verschiedensten Stellen geschickt und sich darüberhinaus schon mal online für alles mögliche vor-registriert zu haben. Also ging ich heute persönlich zum einschreiben. Natürlich habe ich auch brav einen ganzen Stapel an Formularen und Dokumenten mitgeschleppt, die man laut Anleitung für die Einschreibung (ja, es kam tatsächlich ein ganzes Handbuch dafür per Post…) unbedingt mitbringen musste. Der Termin für meine Buchstabengruppe war 12 bis 13 Uhr, also war ich um 12 da und stellte mich in die Reihe wartender Studenten (deren Anfang nicht mal zu erahnen war). Um 14 Uhr war ich allerdings gerade mal bis in Sichtweite des Gebäudes vorgerückt, in dem wir uns alle zur Einschreibung einfinden sollten. Und eigentlich grenzt es direkt an ein Wunder, dass ich mich um 15 Uhr komplett eingeschrieben und für den medizinischen Dienst registriert auf den Weg nach Hause machen konnte. Allerdings lag das auch nur daran, dass ich mich für das medizinische Gedöns auch schon vorher online vor-registriert hatte. Ansonsten hätte ich mit den meisten anderen nach dem Einschreiben nochmal ungefähr eine Stunde lang auf die Bearbeitung warten müssen. Und von dem ganzen Stapel Papierkram, den wir ja unbedingt mitbringen sollten, wollten sie genau ein Formular sehen. Zusammenfassend gesagt heißt das also: Wer sich seit Wochen organisiert und an alles gedacht hat, schafft es innerhalb von drei Stunden durch dein Einschreibeprozess. Wer auch nur irgendeine Kleinigkeit verpasst hat, steht dort ungefähr fünf Stunden rum. Wenn man ankommt und sich in die Reihe stellt, erzählen sie einem übrigens, dass man in spätestens einer Stunde wieder draußen ist.
Verborgen bleibt mir immer noch der Sinn hinter dem ganzen Aufwand. Das eine Formular und die Unterschrift für den medizinischen Dienst hätten sie genauso gut per Post entgegen nehmen können. Und vielleicht wäre das sogar unkomplizierter gewesen, als eine Turnhalle voller Computerplätze einzurichten, hunderte von Hilfskräften, die sich dann doch nicht auskennen, für die Einschreibung anzulernen und eine Woche lang jeden Tag ein paar tausend Studenten von A nach Z und über Y zurück nach B durch das Sportzentrum zu hetzen. Und mir würden jetzt die Füße nicht weh tun. Und Kopfschmerzen hätte ich auch nicht. Und ich hätte nicht den Activities Fair verpasst, der (intelligenterweise?!) zeitgleich zur Einschreibung statt fand (und natürlich genau in den Minuten zuende ging, als ich mich endlich aus der Turnhalle schleppte).
Wenn ich drüber nachdenke, war die Uni Bielefeld gar nicht so übel. Also Sheffield ist natürlich toller. Bestimmt. Ab morgen dann.
Und wer denkt, Deutschland wäre schlimm von wegen Bürokratie und so, der möge sich einfach mal an einer englischen Uni einschreiben!
Ja, verdammt. Ich bin schon 18. Ich bin sogar schon 23. Fast 23einhalb, um genau zu sein. Und das heißt, ich darf euren blöden Wein schon seit fünfeinhalb Jahren kaufen. Ich meine, okay, ich trage einen graupinken Kaputzenpulli der meinen sowieso nicht allzu hochgewachsenen Körper gewissermaßen verschluckt und ja, meine Haut erinnert heute ein bisschen an die des Vorher-Models in der Clearasilwerbung. Aber sehe ich deswegen aus, als wäre ich nicht mal alt genug ne olle Flasche Wein kaufen zu dürfen? Ich würde mal sagen nein! Herrschaftzeiten!
August, verdammt noch mal! Nicht Weihnachten. Auch nicht Adventszeit. Noch nicht mal Herbst.
Nein, Sommer. Ganz offiziell. Die Jahreszeit mit grünen Blättern an den Bäumen, mit Sonnenschein und Rock-und-Sandalen-Temperaturen. Die Jahreszeit, in der man an Nachmittage im Park denkt, an Grillparties und Cocktails im Pub-Biergarten.
Und vor allem ganz eindeutig nicht die Jahreszeit hierfür:


(aufgenommen am 26. August 2008)
Schneemänner. Elche. Der Nikolaus. Haben die im Sommer was zu suchen? Nein!
So. Wären wir uns also einig. Und kann das jetzt bitte noch jemand den Sheffielder Geschäften erklären?
…Und ich dachte, zu Hause wäre der Weihnachtswahn schon schlimm genug. Schickt mir doch bitte schon mal ein Bündel Nerven. Da kommt wohl noch so einiges auf mich zu in den nächsten Monaten!
Nein, im Gegenteil. Es wird immer schlimmer.
Mit diesen neuen, gruseligen Exklusiv-Aufnahmen möchte ich diesmal einfach nur meinen stummen Protest zum Ausdruck bringen:

(Dem aufmerksamen Betrachter fällt auf diesem Bild vielleicht der Weihnachtsstern ins Auge, der nach wie vor, und das schon seit ende Oktober, im Fenster hängt. Da überfällt einen doch einfach nur noch das blanke Grauen!)
Nein.
Nein.
Nein. Nein. Nein.

Ich weigere mich, das hinzunehmen, ohne lautstark meinen Protest auszudrücken.
Muss man denn das arme, nackte Skelett eines Strauches, der sich seiner Entblößtheit bestimmt schon genug schämt, derart missbrauchen? Und das, wo wir gerade mal die erste Februarwoche hinter uns gebracht haben? Leute. Könnt ihr denn nicht wenigstens warten, bis die Bäume Blätter haben, bevor ihr sie mit hässlichem Plastikgedöns verunstaltet?
22Uhr02:
Hab ich’s doch gewusst, dass ich mich darüber schon mal aufgeregt hab. Mehrmals, um genau zu sein. Puh. Und ich dachte schon, wieder so ein Déjà-vu Gruseldingens. Aber die Leute sind ganz einfach jedes Jahr wieder gleich bekloppt. Genauer gesagt wird es sogar von Jahr zu Jahr schlimmer. Letztes Jahr fing der Plastikeierterror wenigstens erst Mitte März an.
Guten Morgen. meine Lieben. Sagt mir doch mal bitte, was eurer Meinung nach an folgendem Bild nicht stimmt. In der Rästelsprache heißt sowas glaube ich auch, “Finde den Fehler im Bild”.
Et voilà:

Oder ist es das, was die Leute meinen, wenn sie sagen, “Das ist ja wie Ostern und Weihnachten zusammen”?
Aber dass die Bewohner dieses Hauses einen an der Klatsche haben ist eigentlich schon länger klar…
mit eurer blöden Weihnachtsscheiße. Im Oktober! Und bald ist es wahrscheinlich soweit, dass der verdammte Kitsch das ganze Jahr über rumhängt.

Ist es eigentlich ein Naturgesetz, dass der menschliche Verstand aussetzt, sobald es irgendwo blinkt und leuchtet? Oder ist das einfach nur Teil der durch den Konsumterror verursachten allgemeinen Verblödung?
Warum könnt ihr Weihnachten nicht einfach WEIHNACHTEN sein lassen?!

