Weil mir gerade danach ist und ich mittlerweile jede Gelegenheit nutze, das Aufschlagen des bösen Stenobuches noch ein bisschen länger hinauszuzögern, gibt es heute - wahllos zusammengewürfelt - eine kleine Liste an Dingen, die ich bisher an meiner derzeitigen Wahlheimat mag.
- Es wird zu jeder Tages- und Nachtzeit Tee getrunken.
- Viele Geschäfte haben auch sonntags geöffnet. Dazu muss gesagt sein, dass mein Bankkonto und ich uns in diesem Punkt uneinig sind. Während ich ein großer Fan des Sonntagsshoppings bin, wünscht sich besagtes Konto doch sehr, wenigstens einen Tag in der Woche mal in Ruhe gelassen zu werden.
- Supermärkte haben zum Teil bis Mitternacht auf, manche sogar rund um die Uhr. Besonders praktisch, wenn einen um, sagen wir mal, halb elf Uhr abends plötzlich ein nicht ingorierbarer Heißhunger auf Schokolade/Honig-Sonnenblumenkernbrot/Himbeersaft/Chesterkäse überfällt. Eher unpraktisch im Bezug auf Diäten oder den Versuch, sein wochenlang hart ertrainiertes Idealgewicht zu halten.
- Die Post-Filiale um die Ecke verkauft Milch und andere Grundnahrungsmittel. Überlebenswichtig an Tagen, an denen man sich um die Mittagszeit aus dem Bett quält, drei Sorten Obst und zwei Sorten Müsli mischt, nur um dann festzustellen, dass die Milch alle ist.
- Die Leute stellen sich für alles brav wie die Grundschüler in einer Reihe an. Auch, wenn der Bus kommt. Drängeln und Schubsen gibt es nicht, und auch zu Stoßzeigen begibt man sich beim Benutzen des Buses nicht in die Gefahr, über den Haufen gerannt und zertrampelt zu werden.
- Viele Häuser sind zwar klein und alt, aber sie haben wunderschöne große Erkerfenster, winzige verwilderte Vorgärten, und tolle bunte Türen und Fensterrahmen.
- Die Leute sind furchtbar freundlich und hilfsbereit und finde immer alles great, amazing, oder fantastic.
- Obwohl es oft grau und regnerisch ist, hält sich die Durchschnittstemperatur doch in erstaunlich warmen Bereichen. Meistens auch nachts. Und je öfter es regnet, umso öfter kann man sich darüber freuen, wenn plötzlich ein bisschen Sonnenschein durch die Wolken bricht.
- In den Geschäften findet man mindestens genau so viele bunte wie einfarbig schwarze/braune Schuhe. Für jemanden wie mich macht das dann pro Ladenbesuch im Durchschnitt sieben Paar Schuhe,
ohne die man unmöglich einen weiteren Tag leben kanndie man sehr gerne hätte. Ob das jetzt eine gute oder schlechte Sache ist, sei dahingestellt. - Tanzen, vor allem Salsa, ist wahnsinnig angesagt und wird so gut wie jeden Tag in der Woche irgendwo angeboten. Und als wäre dast nicht schon toll genug, gibt es auch noch mindestens genauso viele tanzende Männer wie Frauen, so dass man als Frau eigentlich nie ohne Tanzpartner da steht und meistens auch noch eine Auswahl hat.
Das war natürlich längst nicht alles. England hat bestimmt noch mehr tolle Seiten und die gibt es hier dann demnächst bestimmt auch nachzulesen. Und auf eine Liste der “zehn Dinge, die mich an England aufregen” werdet ihr hier vermutlich auch früher oder später stoßen. Ich will mal hoffen eher später!

