Stromausfälle ereignen sich ja prinzipiell immer dann, wenn es dunkel ist. So geschehen auch heute im schönen Hoberge. Wobei es anfangs noch nicht wirklich dunkel draußen war, sondern nur ein bisschen dämmrig. Nachdem sich dann aber - zappp - alle elektrischen Geräte mit einem Schlag in den Tiefschlaf begeben hatten, legte sich die Nacht, als hätte sie es plötzlich besonders eilig, mit zunehmendem Tempo über den Ort. Rings herum Dunkelheit - den Nachbarn erging es offensichtlich nicht besser als mir. Welch Glück, dass zu der Grundausstattung meiner bezaubernden kleinen Wohnung nicht weniger als 54 Kerzen gehören. So hatte ich es nicht nur verhältnismäßig hell, sondern innerhalb kürzester Zeit auch wunderbar warm in meinem Kellerchen.
Nur die Zubereitung des Abendessens gestaltete sich etwas abenteuerlicher, als es für gewöhlich der Fall ist. Wobei ich feststellen muste, dass meine Küche im Kerzenschein direkt viel weniger hässlich ist. Was vermutlich vor allem daran liegt, dass das gedämpfte Licht das aggressiv-abscheuliche Grün der Fliesen ein wenig besänftigt.
So verzehrte ich also meinen Salat heute im wahrsten Sinn des Wortes als candlelight dinner. Das einzige, was fehlte, war die Hymne zur Atmosphäre. Hätte ich Strom gehabt, um meinen CD-Player zum Leben zu erwecken, hätte das zauberhafte Liedchen den Abend perfekt gemacht. Wobei - hätte ich Strom gehabt, dann wäre es ja von vornherein gar nicht erst zum romantisch-besinnlichen Salatschnippeln gekommen…


