Wochenendrituale

Gespräche mit denen, die nahe sein sollten, und doch in immer weitere Ferne rücken. Zu bloßen Monologen sind sie geworden, zu Informationsströmen die in eine leere Hülle fließen, während diese sich verzweifelt an ein kaltes Stück Plastik klammert bis aus ihm nur noch ein einziger, endloser, tröstender Ton erklingt, als könnte allein das Festhalten verhindern, dass sie, schon lange unsichtbar geworden, sich nun vollends ins Nichts auflöst. Denn die Frage “Und wie geht es dir?” erfüllt längst nur noch ihren rhetorischen Zweck, verlangt eine Antwort ebenso wenig wie sie jemals eine erhält. Und so bleibt die Antwort ein stummer Schrei, dessen Echo durch die Leere hallt, bis es sieben Tage später von einem neuen, und doch vertrauten Monolog, von dem immergleichen Informationsstrom der aus dem kalten Plastik tropft, langsam in der Dunkelheit begraben wird…

Kommentar zu “Wochenendrituale”

  1. Franziska Jung sagte am :

    wenn du das tropfen nicht mehr erträgst, wähle selber eine nummer und warte auf einen dialog der ehrlich nicht sein könnte.
    ich hab dich lieb *knuddel*


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