Eingetütet im 2006

Wie Männer so ticken…

Und wieder einmal muss ich mich fragen: Was geht in den Köpfen der Männer nur vor?

Tatort Uni, das berühmt-berüchtigte Film Analysis Seminar. Wir sprechen über Phallussymbole in Clockwork Orange und Singing In the Rain. Ein hochinteressanter und äußerst amüsanter Nachmittag. Dachte ich. Am Ende des Seminars folgender Vorfall: Eine gewisser junger Seminarteilnehmer männlichen Geschlechts - Mann kann ich dazu beim besten Willen nicht sagen, wir wollen ihn deshalb einfach den jungen E. nennen - wendet sich mit den folgenden Worten lauthals an mich:

Na, Susanne, hat es dich gestört, dass wir heute so viel über Penisse gesprochen haben?

Hallo? Gehts noch?

Bei der Aufklärung dieses fragwürdigen Vorfalls stellt sich nun die folgende Frage: Was bewegte den jungen E. zu dieser Aussage?

Hatte es vielleicht a) etwas damit zu tun, dass ich es gewagt hatte, vor ein paar Wochen im Seminar ein T-Shirt mit dem Aufdruck ‘Boys are stupid - throw rocks at them’ (Für das Kindchen: ‘Jungs sind doof - werft Steine auf sie’) zu tragen, was den jungen E. offensichtlich zutiefst verstört und in Rage gebracht hatte, und ihn außerdem zu dem Vorwurf, ich sei eine “Feministin” (welch böses Schimpfwort!) veranlasst hatte?

Oder lag es b) vielmehr daran, dass eben jener junge E. in der Vergangenheit des öfteren vergeblich versucht hatte, meine Aufmerksamkeit zu erregen und mich zu diversen Parties abzuschleppen, und er es nicht verkraften konnte, dass ich mich ihm nicht zu Füßen geworfen habe mit den Worten: “Oh junger E., du bist Gottes Geschenk an die Frauen, und ganz besonders an mich, und ich kann mein Glück kaum fassen, dass du unter allen, die dich anbeten, gerade mich ausgewählt hast, um mich mit deiner Aufmerksamkeit zu beglücken!”? Geht der junge E. etwa davon aus, dass der einzige Grund, warum ich ihn verschmäht habe, nur der sein kann, dass ich grundsätzlich Männer im Allgemeinen hasse?

Leider konnte der junge E. nicht zur Aufklärung dieser Fragen beitragen, da er nach seiner Aussage verdächtig schnell aus dem Seminarraum verschwunden war. (Von der Verwendung gewisser Metaphern an dieser Stelle möchte ich bewusst absehen.)

So bleibt mir also nur zu sagen: Nein, es stört ich nicht, über Penisse zu reden. Aussagen wie die des jungen E. tragen aber immer wieder dazu bei, dass ich nicht besonders daran interessiert bin, wieder einen in mein Leben zu lassen.

Und ich frage mich doch ein bisschen: Wo fängt eigentlich sexuelle Belästigung an???

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Amerikanischer Humor

Das hier ist die Anwesenheitsliste, die wir diese Woche im Seminar American History unterschreiben mussten:

Willkommen Zuhause!

So…und um die schweren Entzugserscheinungen der letzten, Internet- und Computerlosen Wochen zu überwinden (ich habe tatsächlich angefangen, mich zu entspannen und richtige, echte Bücher aus echtem Papier zu lesen!), werde ich auch gleich mal fröhlich weiter bloggen. Ich habe es nämlich endlich - nach einem gewissen zweiwöchigen, odysseehaften Erlebnis, in dem eine Kommode, rubinroter Sprühlack und ein etwas unfähiger Marktkaufbaumarktmitarbeiter die Schlüsselfiguren waren - geschafft, meine neue Wohnung fertig zu gestalten und kann euch nun voller Stolz die ersten Fotos präsentieren!






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Bin daaa!! Wer noooch??

Ich habe es überlebt! Nachdem ich nun beinahe vier Wochen lang ohne Internetanschluss auskommen musste und vor einer Woche auch noch mein geliebter Schleppi gestorben ist (bzw. sozusagen sein Augenlicht verloren hat), bin ich jetzt endlich, endlich mit meinem eigenen DSL Anschluss online - und dank Anna’s Papa, der mal eben nen Flachbildschirm übrig hatte, konnte auch der gute alte Schleppi wieder zum Leben erweckt werden und darf mir nun doch weiterhin mehr oder weniger treu dienen. Am Ende wird eben doch immer alles wieder gut. Obwohl ich mir schon ein bisschen Sorgen machen, dass die vielen Stunden, die ich in den letzten Tagen in der Warteschleife der Alice Kundenhotline verbracht habe, bleibende geistige Schäden verursacht haben könnten. Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld. Wir verbinden sie gleich mit einem unserer Mitarbeiter. *zuck* Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld… *zuck*

Oh du fröhliche…???

Es ist grade mal mitte November. Die Wälder sind in wunderschöne Gelb-,Rot- und Brauntöne gehüllt, es ist nicht übermäßig kalt und ab und zu lacht sogar noch eine herbstliche Sonne vom blauen Himmel. Man könnte also so schön den Herbst genießen. Aber leider wird man schon wieder von allen Seiten mit dem Vorschlaghammer darauf aufmerksam gemacht, dass man sich gefälligst winterlich-weihnachtlich zu fühlen hat. So macht der Herbst echt keinen Spaß :(

Wie viele Kerzen passen in ein Zimmer?




(Antwort: 54)

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Ein herzliches Fuck You!…

…soll als neue Kategorie in diesem Blog entstehen. Eine Auszeichnung gewissermaßen (nur nicht unbedingt im positiven Sinn), die ich von nun an an Menschen vergeben möchte, die durch wiederholtes, besonders nerviges, dummes oder unsoziales Verhalten auffallen.

Diesen Monat geht ein herzliches Fuck You! gleich an zwei Gruppen von Menschen:

1) An alle selbstherrlilchen Ökos mit der grandiosen Angewohnheit, beim verlassen der Damentoilette das Licht auszuschalten. Es ehrt euch natürlich, dass ihr auf die Umwelt achtet, Energie spart und so weiter. Würdet ihr euch dabei aber ein bisschen weniger selbst zu euerer selbstlosen und großartigen Tat beglückwünschen, käme es euch vielleicht mal in den Sinn, auch darauf zu achten, ob sich noch Leute auf der Toilette befinden, die ihr somit im dunkeln sitzen lasst!!!

2) Das zweite herzliche Fuck You! geht an diejenigen unter den Damen, die - bei Fehlen eines Mülleimers in der Toilette - auf die völlig assoziale Idee kommen, ihre benutzten Tampons oder Binden in ein Stückchen Toilettenpapier gewickelt auf dem Spülkasten zurückzulassen (wo sie dann fröhlich vor sich hin stinken). Mädels, wie schwer ist es eigentlich, darauf zu kommen, dass sich, wenn mal kein Mülleimer neben dem Klo steht, zumindest immer einer im Vorraum bei den Waschbecken finden lässt?! Und, habt ihr eigentlich jemals auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass es Menschen gibt, die eueren blutigen, stinkenden Müll wegräumen müssen?!?!?!

Eingetütet in: Gehts noch?
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Schlüsselereignis

So, hier für den Start ins Wochenende eine kleine Geschichte für meine treuen Leser.

Stellt euch folgendes vor. Ihr geht eines morgens (ok, mittags) in die Uni. Ihr seid ein bisschen spät dran, müsst aber noch an eurerem Schließfach vorbei, um eine Flasche Wasser zu holen, da ihr vergessen habt, etwas zu trinken mit in die Uni zu nehmen. Da ihr schon mal dort seid, packt ihr auch gleich noch Jacke und Schal in das Schließfach. Dabei fällt euch beim Blick auf die Uhr auf, dass es schon 12.13 ist und ihr noch durch die halbe Uni müsst, um zum Seminarraum zu gelangen. Jetzt aber schnell - knall, Schließfach zu, und losgestürmt. Ihr huscht in den Raum und im selben Moment legt die Dozentin los. Da es sich um ein sehr interessantes Seminar und zudem eine relativ anspruchsvolle Dozentin handelt, seid ihr die nächsten vier Stunden voller Begeisterung und Konzentration bei der Sache und macht euch keine weiteren Gedanken um euer Schließfach. Später am Nachmittag verlasst ihr den Seminarraum und trefft auf dem Weg durch die Unihalle eine Freundin, die gerade auf dem Weg nach Hause ist und verabredet euch mit ihr an der Stadtbahn Haltestelle, um gemeinsam die nächste Bahn zu nehmen. Ihr schaut auf die Uhr und stellt fest, dass ihr, wenn ihr die Bahn erwischen wollt, noch genau 6 Minuten Zeit habt, um zur Toilette zu gehen und Jacke und Schal aus dem Schließfach zu holen. Auf der Toilette trefft ihr eine andere Freundin, die auch mit zur Bahn gehen will. Sie schließt sich euch an auf eurem Weg zum Schließfach. Dort angekommen greift ihr in euere Tasche, um die Schlüssel herauszuholen. Ihr greift ins Leere. Ihr tastet euch etwas weiter in die Tasche vor, bringt aber wieder keine Schlüssel zum Vorschein. Eine leichte Unruhe macht sich in euch breit. Die Unruhe schlägt in Panik um bei dem Gedanken an die Worte des Vermieters während der Schlüsselübergabe. Ihr wisst, wenn ihr die Schlüssel verliert, müssen im Haus die Schlösser ausgetauscht werden, und das wird extrem teuer. Ihr versucht, ruhig zu bleiben, und fangt an, alles aus euerer Tasche herauszuholen in der Hoffnung, dass die Schlüssel doch noch zum Vorschein kommen. Langsam wird euch bewusst, dass ihr die Schlüssel nicht in der Tasche finden werdet. Und obwohl euer Geist sich gegen die aufkommende Erkenntnis wehrt, bohrt sie sich dennoch langsam in euer Gehirn. Die Schlüssel sind im Schließfach. Ihr braucht eine Minute, um das Ausmaß dieser Katastrophe zu begreifen. Denn der Schließfachschlüssel ist bei den anderen Schlüsseln im Schließfach. Und der Ersatzschlüssel für das Schließfach liegt in euerer Wohnung. Der Wohnungsschlüssel aber liegt im Schließfach. Euere Freundin erkennt, dass die Lösung dieser problematischen Situation einige Zeit in Anspruch nehmen wird, und macht sich alleine auf dem Weg zur Bahn. Die Bahn, die ihr zusammen mit der anderen Freundin nehmen wolltet, ist bereits vor einigen Minuten ohne euch abgefahren. Euch fällt nur eine Lösung für euer Problem ein. Euch bleibt nichts anderes übrig, als nach Hause zu fahren und zu hoffen, dass der Vermieter ebenfalls zu Hause ist und euch den Ersatzschlüssel für euere Wohnung aushändigen kann, damit ihr den Ersatzschlüssel für das Schließfach holen könnt um dann zurück zur Uni zu fahren, um den Schlüssel aus dem Schließfach zu holen. Ihr macht euch also, ohne Jacke und Schal, auf den Weg zur Bahn. Aber alleine der Gedanke an die Peinlichkeit und den Ausdruck im Gesicht eueres Vermieters ist so abschreckend, dass er sogar in euerem braven, unschuldigen Wesen ein gewisses Maß an krimineller Energie freilegt und euch endlich zu der rettenden Idee verhilft. Ihr eilt zu euerem Schließfach zurück und stellt fest, dass sich die Tür trotz dem Vorhängeschloss etwa einen Zentimeter weit öffnen lässt. Ihr holt den Collegeblock, den ihr gerade erst einen Tag zuvor erstanden habt, aus der Tasche und fangt an, die Spirale herauszuziehen. Ihr stellt überrascht fest, dass so eine Spirale länger ist, als ihr jemanls gedacht hättet. Außerdem wird euch klar, dass ihr euch im Grunde noch nie Gedanken über die Länge des Drahts in der Spirale eines Collegeblocks gemacht habt. Einige Minuten später habt ihr den Draht weit genug abgewickelt. Ihr biegt ihn gerade und formt an der Spitze einen kleinen Haken. Die nächsten Minuten verbringt ihr damit, blind in euerem Schließfach herumzustochern und dabei die Menschen, die an euch vorbeigehen, möglichst unschuldig anzulächeln, um sie davon abzuhalten, den Sicherheitsdienst zu rufen. Nach einer Weile habt ihr endlich einen Gegenstand an euerem improvisierten Haken. Mit einiger Mühe gelingt es euch, eueren Schal an die Tür des Schließfaches zu ziehen. Ein vertrautes Klimpern verrät euch, dass ihr die Schlüssel auf den Schal gelegt habt. Vorsichtig zieht ihr den Schal durch einen Zentimeter großen Spalt. Nun könnt ihr auch die Schlüssel greifen. Es stellt sich als äußerst schwierig heraus, die Schlüssel durch den Spalt zu ziehen und ihr ärgert euch einen Moment lang, dass ihr erst vor zwei Wochen in Paris unbedingt zwei große Schlüsselanhänger kaufen musstet. Trotzdem gelingt es euch schließlich nach einigen nervenaufreibenden Augenblicken, die Schlüssel aus dem Schließfach zu holen. Alles ist gut. Erschöpft und erleichtert sinkt ihr zu Boden.

Nochmal Paris

Jaja. Eure treu ergebene Bloggerin klebt mal wieder am Bildschirm, obwohl sie eigentlich längst schlafen sollte…

Habe gerade nochmal Annas Parisfotos durchgeguckt und ein paar Bilder gefunden, die ich euch einfach nicht vorenthalten möchte.


Sowas kommt dabei raus, wenn eine Horde junger Franzosen das Abteil neben einem bevölkern…Ich glaube, auf dem dritten oder vierten Papierflieger hat er dann nach meiner Nummer gefragt. Wir haben ihm die Vittel Kundenservicehotline aufgeschrieben.

Unsere Vorräte (hätten wohl auch für zwei Wochen gereicht…)

Nein, hier war nicht das Phantom der Oper am Werk. Dieser Kronleuchter liegt aus irgendeinem Grund auf dem Boden in der Notre Dame. Hätte ich mir einen Audioguide gekauft, wüsste ich jetzt warum. Habe ich aber nicht. Deshalb seht ihr hier einfach nur einen Kronleuchter, der auf dem Boden liegt. Vielleicht hatte aber doch das Phantom seine Hände im Spiel. Oder es steckt eine große Verschwörung dahinter, deren Mitglieder den Verdacht auf das Phantom lenken wollten. Dabei fällt mir ein, die Loge fünf gibt es gar nicht in der Pariser Oper. Vielleicht ist das aber auch ein Teil der Verschwörung. Vielleicht wollte man in der Oper auch einfach das Phantom und das negative Image, das es mit sich brachte, loswerden und hat deswegen die Loge fünf ausgebaut und einen Kronleuchter auf den Boden der Notre Dame gelegt. Was, ein Phantom - in unserer Oper? Niemals! Aber man hört in letzter Zeit seltsame Gerüchte über eine gewisse Kathedrale. Dort hat man einen Kronleuchter auf dem Boden gefunden. Sieht ganz nach dem Werk eines Phantoms aus…

Versailles - Versailles - Versailles - Versailles - Versailles
Vielsprachig

Hola! Je m’appelle Susi. Vivo en Bielefeld. Io ho ventuno anni.

Eine etwas verwirrende Angelegenheit, drei Sprachen gleichzeitig zu lernen. (Naja, sagen wir mal zweieinhalb. Französisch ist ja nicht wirklich neu für mich…)

Soweit ich das nach meiner ersten Spanischstunde beurteilen kann, eine echt schöne Sprache, die ich unbedingt lernen möchte.

Noch besser aber ist Italienisch, was vermutlich zu einem gewissen Anteil an unserem völlig coolen original italienischen Dozenten Vito liegt. Vito hat außerdem noch drei andere Vornamen, da er die schwere Bürde trägt, der einzige männliche Nachkomme in seiner Familie zu sein und somit gleich jweils die beiden Vornamen seiner Großväter abbekommen hat… Seine Lehrmethode ist ziemlich interessant. Wir können uns zwar nach drei Italienischstunden noch immer nicht auf italienisch vorstellen, dafür haben wir aber schon einen ziemlich guten Überblick darüber, wie die Sprache funktioniert, welches System dahinter steckt, wie eine Satzstruktur aussieht, wie man Verben konjugiert, wie man Zahlen bis 99.999 bildet und so weiter…

Hier einer der ersten italienischen Sätze, die ich gelernt habe:

I cani di Andrea sono molto brutti. (Die Hunde von Andrea sind sehr hässlich.)

((Wie man hier vielleicht erkenne kann, hegt Vito eine beträchtliche Abneigung gegen Hunde…))

Ganz anders sieht es da in Französisch aus. Hier verbringen wir unsere Zeit damit, uns Postkarten anzusehen, uns gegenseitig zu erzählen, wo in Frankreich wir schon waren und wohin wir gerne fahren würden, uns veraltete französische Währung anzusehen, und uns zu überlegen, welche Dinge man als Symbole für Deutschland oder diverse andere Länder (nicht Frankreich!) wählen könnte, was uns dann zu einer Diskussion über die Bierpreise in England im Vergleich zu Deutschland führte… Oder einfach kurz gesagt: es ist frustrierend. Ach ja, heute, in der dritten (!) Französischstunde, haben wir dann immerhin das Alphabet gelernt und wie man sich auf französisch vorstellt.

Zusammenfassend könnte man also sagen, Spanisch ist ganz nett, Französisch muss sich noch schwer ins Zeug legen um mich zu beeindrucken, und - soviel ist sicher - mein Herz gehört (neben meinem unschlagbaren Favoriten Englisch) eindeutig der italienischen Sprache.

In diesem Sinne, buona notte und ciao,

eure sprachlich etwas verwirrte und treu ergebene Bloggerin

Eingetütet in: Uni
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