
Und beim nächsten mal bau ich mir meine eigenen.

Und beim nächsten mal bau ich mir meine eigenen.
Highgate Cemetery ist ein Friedhof im Norden Londons, und seit gestern mein liebster Platz in dieser Stadt. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1839 wurden dort an die 170.000 Menschen in 53.000 Gräbern begraben. 
Das schönste an Highgate Cemetery ist, dass die alten Teile über die Jahrhunderte sich selbst und der Natur überlassen wurden, und so ist eine wunderschöne Kulisse mit einer ganz besonderen Stimmung entstanden. Wohin man sieht, strecken Bäme ihre Wurzeln über umgefallene Grabsteine und wilde Blumen und Efeu ranken sich an uralten Engeln und Steinkreuzen hoch. Manche Teile des Friedhofs sind so zugewachsen und versteckt in kleinen Wädern, dass man kaum noch die Gräber von den Sträuchern und Bäumen unterscheiden kann. Man bekommt das Gefühl, dass die Natur sich ganz sanft das Leben, das hier begraben liegt, in ihr Reich zurückholt. Das ist “Ruhe in Frienden” genau so, wie es sein sollte.
In Highgate Cemetery sind auch viele berühmte Menschen begraben, zum Beispiel Karl Marx, Douglas Adams, George Eliot, Radclyffe Hall, Alexander Litvinenko, die Familie von Charles Dickens, und noch viele andere.
Ich muss dort unbedingt auch noch ein paar mal hin, denn gestern haben wir bei mehrstündigem Umherwandern nur die eine Hälfte des Friedhofs gesehen. Und davon auch nur so ungefähr ein Drittel. Und dann gibt es noch einen zweiten Teil, wo man nur mit Führung rein darf. Da gibt es auf alle Fälle noch viel zu erkunden.
Hier schon mal ein paar Bilderchen für euch.
Wer sie in größer ansehen möchte, kann dies bei Flickr tun.
Hampstead Heath is einer unserer riesigen Parks hier im Norden Londons. Er ist so groß dass außer einem Hügel, von dem aus man die ganze Stadt sehen kann, und mehreren Teichen und natürlichen Schwimmbädern auch noch ein ganzer Wald drin ist.
Wir haben heute den ersten Sonnentag seit einer Ewigkeit für einen kleinen Spaziergang im Park und im benachbarten Highgate Village genutzt. Und für euch gibt’s ein paar Bilderchen.
Morgen gibt’s dann bilderchen vom besten Friedhof der Welt.
Ich fahre bald in den Urlaub, nach Barcelona. Und da dachte ich mir, ich zeig euch zur Einstimmung mal ein Paar Urlaubsfotos aus dem letzten Jahr. Die hab ich nämlich noch gar nicht gebloggt und eben beim Ausgraben alter Blogposts und Fotos gefunden.
In Kroatien kann man sehr schö Urlaub machen. Wir waren im letzten Frühling in Zadar und haben uns eine gemütliche Woche gemacht. Die alte Innenstadt ist echt hübsch, mit alten Gemäern für historisch Interessierte, einem tollen Hafen mit Wellenorgel und nächtlichen Solarleuchtboden, einem vesteckten, verschachtelten Park mit Hügel und atemberaubender Aussicht… Und mit vielen kleinen Cafes und Restaurants wo’s leckere Sachen zu ganz kleinen Preisen gibt. Am Stadrand, wo unser Apartment lag, gibt es kilometerweit Kieselstrand mit glasklarem Wasser und einer tollen Aussicht auf die Nachbarinseln. Leider war’s im April und bei Regen zum Baden dann noch noch etwas zu kühl.
So, dann noch ein paar Bilderchen.
Auf der Fensterbank. Im Blumenkasten. Weil der Herr Schatz nämlich gerne Hobbygärtner spielt, und hier in unserer Stadtwohnung ohne Garten schon jede verfügbare Oberfläche mit Chilipflänzchen und Pötten mit diversen Kräutern voll steht. Da musste der Salat dann eben auf die Fensterbank weichen, und dort sozusagen die erste Gemüsekolonie im Freien besiedeln.

Mein kleiner, grüner Salaaaat steht draußen am Balkon, hollari, hollari, hollaro!
Er schmeckt übrigens super, viel besser als Supermarktsalat. Und wächst wie verrückt, sogar wenn’s kalt ist und regnet. Deswegen gibt’s bei mir jetzt jeden Tag Salat. Nicht dass uns das Grünzeug noch zum Fenster reinwächst.
Rote Paprika und essbare Büten sollten eigentlich gerade auf der anderen Fensterbank wachsen. Die sind aber leider beim letzten Kälteeinbruch dahingeschwunden.
Wir haben jetzt eine Katze. Also gewissermaßen. Eigentlich gehört sie irgendeinem Nachbarn hier aus der Straße, besagter Nachbar scheint sich aber nicht gerade gut um sie zu kümmern. Sie sitzt nämlich zu ziemlich jeder Tages- und Nachtzeit bei uns vor der Tür und bettelt darum, reingelassen zu werden. Und als letztes Jahr der Winter kam und sie immer jämmerlicher bettelte, durfte sie uns dann ab und zu mal für ein paar Stunden besuchen – so zum aufwärmen.

Kleine Grummelkatze.
Mittlerweile hat sich das “ab und zu” etwas weiterentwickelt. Die Katze ist so gut wie bei uns eingezogen (außer Nachts, da muss sie heim gehen), hat das Sofa komplett übernommen und ist gerade dabei, ihr Herrschaftsgebiet auf das Bett auzudehnen. Sie hat auch einen Namen: White Socks, oder Weiße Unterschuh – wie mein gerade deutsch-lernender Freund das übersetzte, nachdem ich ihm die Wortbildung “Unterhemd”, “Unterhose” etc. erklärt hatte.
White Socks heißt sie natürlich, weil sie zu ihrem Tigerstreifenhemd vier perfekte, flauschige, weiße Pfoten besitzt. Manchmal heißt sie aber auch einfach Grumpmeister, weil sie nälich eine der grantigsten Katzen ist, die mir jemals begegnet sind. Aber süß ist sie schon:
In meinen ganzen 17 Jahren in der bayrischen Provinz, im Dorf direkt am Waldrand, hab ich nicht ein einziges mal einen Fuchs gesehen. Und jetzt wohne ich mitten in London, und es hängt mindestens einmal pro Woche ein Fuchs im Garten ab.
Viele Londoner regen sich furchtbar auf über die sogenannte “Plage”, die die Stadfüchse angeblich darstellen. Aber ich freue mich jedesmal, wenn ich einen sehe. Es ist schön, auch in der Großstadt ein bisschen Natur um sich zu haben, und außerdem finde ich es uneheimlich beeindruckend, wie die Tiere sich an das Leben in der Stadt angepasst haben und sich völlig ohne Scheu in diesem ungewöhnlichen Lebensraum bewegen. Ich mag, wie die Natur sich auf diese Art ihr Revier von uns zurückholt. Und total knuffig sind die kleinen Fellmonster sowieso. Ich hab euch mal ein paar Bilderchen im Garten geschossen.
Ein kurzer Beitrag aus der Reihe “England ist anders”.
Beim ersten mal fand ich es nur kurios. Dann, als die Vorfälle sich häuften, wurde es seltsam, verunsichernd, beirrend. Und mittlerweile ertappe ich mich schon selbst dabei. Sogar beim Spaziergang durch die Landshuter Altstadt…
Wenn du einem Briten den Weg kreuzt, oder gar abschneidest, entschuldigt er sich.Wenn du an eine Tür auf einen Briten triffst – einer geht rein, der andere raus – lässt er dir den Vortritt und entschuldigt sich. Wahlweise bedankt er sich auch, während er dir den Vortritt lässt.
Wenn du einen Briten in der Ubahn anrempelst, entschuldigt er sich auch.
Das ist wieder so eine typische britische Macke – die allumfassende, undurchdringliche, und meistens völlig unangebrachte Höflichkeit. Der Weg durch einen Tag in England führt durch ein Dickicht aus endlosen, gedankenlosen, bedeutungslosen Cheers, Sorrys und Excuse-Mes. Ist ja eigentlich ganz nett, denkt sich der Bayer, dass einem all diese wildfremden Menschen jederzeit so freundlich und höflich begegnen, sogar wenn man ihnen Unannehmlichkeiten beschert.
Aber manchmal vermisse ich es, dass mir einer, wenn ich ihn auf dem Weg zur Ubahn anremple, in guter alter deutscher Manier ein “Pass doch auf, wo du hinrennst!” hinterher ruft.
Und wenn nur, damit ich es selber auch darf!